Route: Chiclana unter Napoleon | Schatten der Geschichte

Die ROUTE CHICLANA UNTER NAPOLEON basiert auf einer Idee, der wir den Namen „Die Schatten der Geschichte“ gegeben haben, wobei dieser Name im übertragenen Sinne zu sehen ist. Mit „Schatten“ nehmen wir hier auf das Bezug, was im Verborgenen versteckt liegt, was im Laufe der Zeit ausgelöscht wurde, und wir wollen versuchen, es hervorzuholen und das zu zeigen, was nicht im Gedächtnis der Menschen und Völker geblieben ist oder zumindest nicht im angemessenen Maße. Mit dem Projekt der „Schatten der Geschichte“ soll das Vergessene wieder hervorgeholt werden, und zwar indem gerade diese „Schatten“ wiederhergestellt werden, wenn man das so sagen kann. Dafür werden im öffentlichen Raum die „Schatten“ der Hauptpersonen dargestellt, die in Chiclana mit der Besetzung durch Napoleon, dem Napoleonischen Krieg, der Verfassung von 1812 und der Schlacht vom 5. März 1811 im Zusammenhang stehen.

Und zwar im wörtlichen Sinne durch „Schatten“ – in diesem Fall aus schwarzem Granit – von ausgewählten Persönlichkeiten der Geschichte, und zwar der zwei Ereignisse, die zu Beginn des 19. Jh. den größten Einfluss auf Chiclana hatten: die „furchtbare“ Besetzung durch die Truppen Napoleons vom 7. Februar 1810 bis zum 25. August 1812 und innerhalb desselben Zeitraums die Schlacht vom 5. März 1811, bei der die anglo-spanischen Verbündeten versuchten, den französischen Belagerungsring um Cádiz aufzubrechen.

Diese Schlacht ist als Schlacht von Chiclana – wie sie von den Spaniern und paradoxerweise auch von den Franzosen genannt wurde – in die Geschichte eingegangen, aber auch unter dem Namen Schlacht bei La Barrosa bekannt, wie sie von den Engländern genannt wird, die auf den Namen des Strandes Bezug nehmen, an dem sie stattfand. Die Polemik, die durch die Uneinigkeiten zwischen den Generälen Lapeña und Graham hervorgerufen wurde, die sie im Parlament in Cádiz aber auch in der Zeitung diskutierten, konnte den Ruhm der britischen Helden nicht mindern, den sie erlangt haben, da sie hier von den Truppen Napoleons den Adler erbeuteten, die Standarte des 8. Linienregiments. Dennoch handelt es sich um eine der großen „vergessenen“ Schlachten des Napoleonischen Krieges.

 

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Strecke: Schatten der Geschichte

 

I. DAS BESETZTE CHICLANA

1. Marschall Soult

Am Nachmittag des 7. Februar 1810 wurde Chiclana de la Frontera durch das Erste Korps des Mittags der französischen Truppen in Andalusien besetzt, die Marschall Soult unterstanden.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Marschall Jean-de-Dieu Soult (Saint-Armans-La Bastide 1769-1851), Herzog von Dalmatien, er wurde Vizekönig von Andalusien genannt und war der General, der für das Erste Korps des Mittags verantwortlich war. Er befahl die Besetzung des Ortes Chiclana, wo er das Hauptquartier der Truppen einrichtete, die Cádiz belagerten.

Standort

Avenida del Mueble, Straßenbahnhaltestelle: In der Gegend vom sogenannten Kiefernwald der Franzosen, der Batterie von Bellune „Batería Colorada“ genannt und der Salinen von Chiclana.

Geschichte

„Nach dem bedeutenden Sieg von Ocaña (19. November 1809), bei der das 1. Korps der l’Armée d’Espagne nicht direkt beteiligt war, begann Marschall Soult, Herzog von Dalmatien, im Auftrag von König Joseph I. die Besetzung Andalusiens vorzubereiten. […] Am 26. September 1809 wurde er als Nachfolger von Marschall Jourdan zum Generalstabschef der Armee in Spanien ernannt.“ TORREJÓN CHAVES, J. (2010). “Muerte a bordo del León de Friendland. François Amable Ruffin, general de división del Primer Imperio Francés” (zu Dt.: Tod an Bord der León de Friendland. François Amable Ruffin, General der Division des Ersten Kaiserreichs) veröffentlicht in der Zeitschrift Revista General de Marina. Band 259, Madrid: Verteidigungsministerium. S. 31.

„Marschall Jean de Dieu Soult wurde von Napoleon an die Spitze des Wehrbereichs Andalusien gestellt, dessen strategische Hauptaufgabe die Eroberung der Stadt Cádiz war. Diese Eroberung hätte, wenn sie gelungen wäre, wahrscheinlich zur Auflösung der spanischen Regierung geführt und eventuell das Ende des Widerstands gegen die Eroberer bedeutet. Aber Cádiz und die Löweninsel (Isla de León) waren durch ihre hervorragende geografische Lage beinahe uneinnehmbar. Mit der damals vorhandenen Artillerie war eine wirkungsvolle Bombardierung vom Festland aus hier kaum möglich, und durch die Kanäle und das Marschland, das sie vom Festland trennte, war auch ein großer Einmarsch der Infanterie nicht realisierbar, solange eine ausreichend starke Verteidigungslinie aufrecht erhalten wurde“. DURÁN LÓPEZ, F. (2011). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S. 11.

Bildquelle

„Jean-de-Dieu Soult, Herzog von Dalmatien“, von Jean Louis Henri de Rudder, Musée National des Château de Versailles et de Trianon, Paris (Frankreich).

 

2. General Solano

In dieser Allee, die General Solano gewidmet ist, empfing der Vogt des Ortes, José María Gómez, gemeinsam mit dem Gemeinderat, dem Klerus und den wohlhabenden Ortsbewohnern am 19. Februar 1810 Joseph Bonaparte, „eingefallener“ König von Spanien.

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Generalleutnant Francisco María Solano Ortiz de Rozas (Caracas, 1768 - Cádiz, 1808), Markgraf von Socorro, Markgraf von Solana, Generalkapitän von Andalusien, Gouverneur von Cádiz und Einwohner von Chiclana. Im Jahr 1808 wurde er von einer erregten Meute getötet, die ihn bezichtigte, frankophil zu sein.

 

Standort

Allee: Alameda de Solano, ehemals Paseo de la Cañada. Solano selbst hatte die Verschönerung der Allee in Auftrag gegeben und seit 1881 trägt sie seinen Namen. Der Gemeinderat, der Klerus und die Einheimischen empfingen an dieser Stelle Joseph I. Bonaparte, als er am 19. Februar 1820 den Ort besuchte.

 

Geschichte

„Ein trauriges Ereignis, zu dem es am 29. Mai [1808] in Cádiz kam, vermittelt einen Eindruck von der Erregung, die in dieser schwierigen Zeit im Volk zu spüren war. Nach den Ereignissen vom 2. Mai forderte das Volk in Cádiz vom militärischen und politischen Gouverneur Francisco Solano, Markgraf von Socorro, dass er die französischen Schiffe zerstören solle, die in der Bucht von Cádiz vor Anker lagen. Solano versammelte in seinem Haus neun Generäle und Admiräle und alle entschieden gemeinsam, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht angebracht wäre, mit Kriegshandlungen gegen Frankreich zu beginnen. Die Geschehnisse im Land sorgten in diesen Tagen für große Verwirrungen und auf der Insel von Cádiz war das nicht bekannt. Solano wusste um die Bedrohung, die von den französischen Schiffen ausging, die in der Bucht ankerten, und er war ein Befürworter der Idee, die Kapitulation der Truppen von Rosilly zu vereinbaren, da er befürchtete, dass der französische Admiral sich dafür entscheiden könnte, die Artillerie seiner fünf Schiffe gegen die Stadt loszulassen, wenn er sich bedroht fühlt. Das Volk wollte aber ohne auf eine Anordnung zu warten und ohne Verzug gegen die Flotte der Franzosen anstürmen. Wegen seiner Einstellung wurde er vom Mob, der Solano ungerechtfertigterweise als frankophil ansah, eingekreist und getötet und nur durch die moralische Autorität des Domkapitulars Magistral Cabrera konnte verhindert werden, dass man seinen bereits leblosen Körper auf dem Platz San Juan de Dios aufhängte”. ARAGÓN FONTENLA, M. y QUIÑONES, P. A. (2004). La batalla de Chiclana. 5 de marzo de 1811. (zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana vom 5. März 1811) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana, S. 23-24.

„Francisco Solano y Ortiz de Rosas war vielleicht der Erste, der die Stadt im Sinne einer Zivilgesellschaft und nicht nur religiös mit Hingabe pflegte, und er schaffte es in seiner kurzen Amtszeit als Gouverneur von Cádiz (1803-1808) Zeit und Geld in die Entwicklung und Verschönerung unseres Ortes zu stecken. Im Dezember 1806 schrieb die berühmte Frasquita Larrea, die regelmäßig hier den Sommer verbrachte, an ihren Ehemann: „Solana kümmert sich darum, Chiclana zu verschönern. Der Fluss, die Wege und Alleen: Alles bekommt eine neue Form“. Für unseren Ort, der damals etwa 7000 Einwohner gehabt haben muss, war er mehr als nur Gouverneur und regelmäßiger Gast, er war der bestmögliche Bürgermeister.“ DE MIER GUERRA, J. (2011). “Solano y la Alameda” (zu Dt.: Solano und die Allee) in der Zeitung Diario de Cádiz. Auflage für Chiclana [24. April 2011].

Bildquelle

„Francisco Solano y Ortiz de Rozas, Markgraf von Socorro und von Solana, 1768-1808. Offizier der spanischen Armee“. Anonym, Öl auf Leinen, 19. Jh. Kunstakademie Cádiz.

 

3. Domkapitular Cabrera

Der Priester Antonio Cabrera, erlauchter Sohn der Stadt Chiclana, Domkapitular der Kathedrale von Cádiz und Kaplan des Freiwilligenbataillons Voluntarios Distinguidos de Cádiz, vereinte Wohltätigkeit, Wissenschaft und den Reformgeist des Cádiz der Cortes (Parlament)

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Antonio Cabrera y Corro (Chiclana 1763 - Cádiz 1827), Domkapitular an der Kathedrale von Cádiz Kaplan des Freiwilligenbataillons Voluntarios Distinguidos de Cádiz. Während des Napoleonischen Kriegs und der Belagerung von Cádiz spielte er eine bedeutende Rolle als Kriegskommissar und Finanzprüfer sowie als Mitglied der Zentraljunta, er war stellvertretender Abgeordneter des Hofs.

Standort

Vorhof der Kirche San Sebastián, neben dem Denkmal für Vater Salado, das 1914 bei der Zeremonie zum hundertjährigen Jahrestag der Schlacht bei La Barrosa eingeweiht wurde.

Geschichte

„Der Domkapitular aus Cádiz Antonio Cabrera, der in Chiclana de la Frontera geboren wurde und am Übergang vom achtzehnten zum neunzehnten Jahrhundert lebte, gehört zu den Persönlichkeiten, die man genau analysieren muss, um ihr den rechten Platz in der Geschichte zuweisen zu können. Es stimmt zwar, dass einige Kleriker und Forscher, die sich nebenbei literarischen Arbeiten widmeten, von der Bedeutung seiner Arbeit als Domkapitular an der Kirche in Cádiz berichten oder von seinem Elan und seiner Integrität bei der Verteidigung seines Freundes General Solano in dessen Todeskampf, aber man muss auch sagen, dass diese Daten bei Weitem nicht ausreichen, um diese reiche und vielseitige Persönlichkeit zu beschreiben. Ich wage es mir sogar zu sagen, dass genau diese seinen menschlichen und historischen Wert am wenigsten widerspiegeln. Man muss hervorheben, dass Antonio Cabrera die bürgerliche Zivilgesellschaft unterstützte und dadurch Respekt und Ansehen erlangte. So konnte er bei verschiedensten Gelegenheiten die neuen demokratischen Institutionen mit denen versöhnen, die noch ihre hierarchischen Traditionen und alten Strukturen bewahrten. Er war Finanzprüfer, Kriegskommissar, Prüfer der Synode und Professor und außerdem Domkapitular und er pflegte umfangreiche Beziehungen zu bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine Freundschaft zu Frasquita Larrea und zu ihrem Ehemann Johann Nikolaus Böhl von Faber führte zur Entstehung der Königlichen Wirtschaftsgesellschaft der Landesfreunde in Cádiz“. MARTÍN FIERRO, P. (1997). El magistral Cabrera, un naturalista ilustrado. (zu Dt.: Domkapitular Cabrera, Gelehrter und Naturforscher) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana. S. 12.

„Um […] die Garnison von Cádiz zu betreuen, wurde ein dreitausend Mann starkes Korps gegründet, das zunächst Miliz zur Verteidigung von Cádiz genannt wurde. Später, als es aus einer größeren Anzahl von Männern bestand und in mehrere Bataillone eingeteilt war, wurde es unbenannt und seine Mitglieder nannten sich „ehrwürdige Freiwillige

“. Der Domkapitular Cabrera wurde zum Kaplan der vier Bataillone, die so zur Verteidigung der Stadt aufgestellt wurden.“ MARTÍN FIERRO, P. (1997). El magistral Cabrera, un naturalista ilustrado. (zu Dt.: Domkapitular Cabrera, Gelehrter und Naturforscher) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana. S. 151.

Bildquelle

«Professor Antonio Cabrera». Ricardo Escribano. Öl auf Leinen, 19. Jh. Museum der Kathedrale von Cádiz. Depot des konziliarischen Seminars San Bartolomé. Bistum Cádiz und Ceuta.

 

4. Frasquita Larrea

In der Straße Huerta Chica Nummer 16 stand das Haus von Frasquita Larrea und Johann Nikolaus Böhl von Faber. In diesem Haus wohnte General Villatte. Die Romantikerin und glühende Patriotin Frasquita begann hier mit ihrem berühmten literarischen Zirkel.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Frasquita Javiera Ruiz de Larrea y Aherán, Frasquita Larrea (Cádiz 1775 - El Puerto de Santa María 1838) heiratete den deutschen Kaufmann Johann Nikolaus Böhl von Faber. Das Ehepaar trug zweifellos dazu bei, den Weg für den spanischen Romantizismus zu ebnen. Eins der vier Kinder des Ehepaares war Cecilia Böhl de Faber, die Romanautorin mit dem Pseudonym Fernán Caballero.

Standort

Plaza de España an der Ecke zur Calle Huerta Chica, in der Nähe des Hauses von Frasquita Larrea und Johann Nikolaus Böhl von Faber. Ganz in der Nähe des Hauses von Frasquita, in der Straße Fierro 21, stand das Palais des Grafen von Pinar, José Antonio Mon y Velarde, Richter und konservativer Abgeordneter im Parlament von Cádiz. Außerdem befand sich zu Beginn des 18. Jh. nur wenige Meter entfernt, in der Straße La Fuente 2, das Haus von Jerónimo Rabaschiero y Fiesco, ständiger Stadtrat von Cádiz. In seinem Haus brachte die Gemeindeverwaltung die gefangenen französischen Soldaten von Bailén in Gewahrsam. Die Offiziere blieben in der Kirche San Telmo und wurden vor der Ankunft der kaiserlichen Armee an einen anderen Ort gebracht.

Geschichte

„Wer war Frasquita Larrea? Diese Persönlichkeit ist zwar über die Grenzen von Cádiz hinaus bekannt, aber oft hat man ein etwas falsches Bild von dieser 1775 in Cádiz geborenen Frau. Sie stammt aus einer gemischten Familie, bestehend aus Antonio Ruiz de Larrea y González de Copidana, der aus Mendiola stammte, und einer katholischen Irin aus einer Region, in der die Katholiken verfolgt wurden. Frasquita, Francisca Javiera, hat wahrscheinlich eine tadellose Erziehung genossen und – auch wenn es keine schriftlichen Zeugnisse darüber gibt – möglicherweise auch einige Unterweisungen in England erhalten. Man weiß aber in jedem Fall, dass sie ihre Kindheit ab dem Zeitpunkt, als ihr Vater verstarb, in Chiclana verbrachte. Sie war damals noch ein Kind und ihre Mutter und sie lebten hier in einer wirtschaftlich recht unsicheren Situation. Deswegen ist es eher wahrscheinlich, dass ihre Ausbildung vor allem aus einem Selbststudium bestand.“ CANTOS CASENAVE, M.(2006). Los episodios de Trafalgar y Cádiz en las plumas de Frasquita Larrea y Fernán Caballero (zu Dt.: Die Episoden von Trafalgar und Cádiz nach Frasquita Larrea und Fernán Caballero). Cádiz: Provinzialregierung von Cádiz. S. 17-18.

 

„Es besteht kein Zweifel daran, wie bedeutend es für unsere Geschichte war, dass in unserem Ort zu einer bestimmten Zeit die Familie Böhl de Faber Larrea lebte, vor allem in den letzten Jahren des 18. Jh. und in den ersten des 19. Jh. Genauso bedeutend war auch […] dass die Ideen der Romantik, die Johann Nikolaus Böhl von Faber aus Deutschland mitbrachte und seine Frau übernahm, dazu beigetragen haben, dass die Bewegung der spanischen Romantik in den Szenarien in der Nähe ihres Hauses ihren Ursprung gehabt haben könnte.“ ROMERO MONTALBÁN, J. D. (2021). Un paseo por Chiclana a través de su historia (zu Dt.: Ein Spaziergung durch Chiclana durch einen Blick auf die Geschichte). Chiclana: Verlag: Palitroque Editorial. S. 190.

 

5. Vater Salado

Vater Fernando Salado wollte, nachdem er aus Argentinien zurückgekommen war, dass man dem hundertjährigen Jahrestag der Schlacht von Chiclana im Jahr 1914 auf würdige Weise gedachte, mit einer Medaille und einer Gedächtnistafel in dieser Straße, die man in „Straße des 5. März 1811“ unbenannte.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Vater Fernando Salado Olmedo (Chiclana 1875 - San Fernando 1957), Kaplan der Kapelle Santo Cristo. Nach seiner Rückkehr aus Argentinien 1913 entschied er sich, eine Feier zum hundertjährigen Jahrestag der Schlacht von Chiclana zu organisieren, die schließlich am 24. Juni 1914 stattfand. Dieser Tag war gleichzeitig der hundertjährige Jahrestag der Einweihung der Pfarrkirche San Juan Bautista. Er trug dazu bei, dass man ein Denkmal für den Domkapitular Magistral Cabrera errichtete, eine Tafel in der Straße de la Vega aufstellte, die man in „Straße des 5. März 1811“ unbenannte, und eine Gedächtnismedaille zum hundertjährigen Jahrestag erstellte, die von König Alfons XIII. genehmigt wurde. Er wollte auch ein Denkmal an die Schlacht von Chiclana errichten lassen, dieses wurde jedoch nie erbaut.

Standort

Straße de la Vega [Straße des 5. März 1811], gegenüber der Gedächtnistafel aus Marmor zum hundertjährigen Jahrestag der Schlacht von Chiclana, die von der Stadtverwaltung am 24. Juni 1914 durch die Initiative von Vater Solano angebracht wurde.

Geschichte

„Vater Salado kam Ende des Jahres 1913 aus Buenos Aires zurück, wo er sich etwa sieben Jahre aufgehalten hatte, und als er erfuhr, dass es vonseiten des Parlaments von Cádiz keine Veranstaltung zum hundertjährigen Jahrestag zur Erinnerung an die Schlacht von Chiclana gegeben hatte, schaffte er es als Vorsitzender eines von ihm gebildeten Ausschusses, dass die Regierung seiner Majestät diese Gedenkmedaille erstellte, und er schlug der Stadtverwaltung seiner Geburtsstadt vor, an demselben Tag, an dem man das Denkmal für den Domkapitular Magistral Cabrera aufdecken würde, eine Gedenktafel für die Schlacht von Chiclana anzubringen – da der hundertjährige Jahrestag noch nicht lange her war. Dem Ausschuss für dieses Denkmal stand er ebenfalls vor und man plante, am 24. Juni 1914 das Denkmal aufzudecken, am Tag des hundertjährigen Jubiläums der Einweihung der Pfarrkirche San Juan Bautista, in der dieser Domkapitular und berühmte Bürger aus Chiclana gepredigt hatte, der auch Mitglied des kirchlichen Lehrstuhls war. Es ist wahrscheinlich überflüssig, wenn man hier angibt, dass sich in diesem Engagement von Vater Salado seine Liebe für die Heimat und die Kirche widerspiegeln“. SALADO OLMEDO, F. (2008) ¡Yo acuso!... (zu Dt.: Ich klage an! …) Chiclana: Esteban Fernández Moreno [Faksimileausgabe]. S. 89-90.

„An den Domkapitular Cabrera erinnerte sich Vater Salado im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Schlacht von Chiclana. Und an Vater Salado erinnerte sich Herr Guido, als er in der „Villa Violeta“ 1946 den ersten Gedenktag des „Barrosa Day“ feierte. Er bedankte sich öffentlich für seine heroische Arbeit zum Gedenken an die Schlacht von Chiclana. Denn Vater Salado leitete bis zu vier ehrwürdige Aktionen im Zusammenhang mit dem verspäteten hundertjährigen Jahrestag zum 24. Juni 1914. Die größte Wirkung hatte die Einführung der Gedenkmedaille zur Schlacht von Chiclana, die schließlich am 21. Juni des Jahres 1914 von König Alfons XIII. genehmigt wurde, „zum Gedenken und um die Erinnerung an die glorreiche Schlacht wachzuhalten, die am 5. März 1811 in jener Stadt von unseren Truppen und den Franzosen geschlagen wurde. Es war die bedeutendste Schlacht an diesem Ort zur heldenhaften Verteidigung von Cádiz im Napoleonischen Krieg“, hieß es in dem Antrag. Es gelang Vater Salado zwar, dass ein Denkmal für den Domkapitular Cabrera errichtet wurde, aber bei dem Denkmal an die Schlacht, das er errichten wollte, gelang ihm dies nicht, er gab aber die Planung in Auftrag. Er konnte den Gemeinderat zumindest überzeugen, eine Gedenktafel zur Erinnerung an den hundertjährigen Jahrestag in einer zentralen Straße des Ortes, der Straße de La Vega aufzustellen, die außerdem von der Stadtverwaltung in „Straße des 5. März 1811“ umbenannt wurde.“ RODRÍGUEZ, J. C. y RUIZ, J. (2009). Tres visiones de la batalla de La Barrosa (zu Dt.: Drei Ansichten zur Schlacht bei La Barrosa) Chiclana: Verlag: Editorial Palitroque. S. 48-49.

Bildquelle

„Vater Salado“. Anonym, Fotografie, 20. Jh. Andalusische Genossenschaft der Weinbauern aus Chiclana.

 

6. Francisco Montes “Paquiro”

Francisco Montes Paquiro wurde bei seiner Stierkampfkleidung, dem sogenannten Anzug der Lichter von dem Eindruck inspiriert, den bei ihm als Kind die napoleonischen Uniformen aus der Zeit der Besetzung hinterlassen hatten. In diesem Gebäude, das als Kapelle zu Ehren der Jungfrau vom Berge Karmel gedacht war, befand sich das Lager der französischen Armee.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Der Stierkämpfer Francisco Montes Reina, Paquiro (Chiclana 1805-1851) ist eine der herausragendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Stierkampfs. Er veröffentlichte 1836 die Abhandlung Tauromaquia completa über die Stierkampfkunst, in der er die Tercios (drei Teile des Stierkampfs) und andere Codes festlegte, die er bereits zuvor eingeführt hatte, wie die Verwendung des nach ihm benannten Hutes Montera oder des typischen Anzugs Traje de luces.

Standort

Straße San Agustín gegenüber der Fassade des städtischen Museums Francisco Montes “Paquiro” und der Büste zu seinen Ehren, die der Bildhauer José Antonio Barberá erstellt hat. Bei dem heutigen Gebäude wurde teilweise die Struktur der Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria vom Berge Karmel beibehalten, die nie geweiht wurde. Während der Besetzung war hier ein Lager der französischen Armee untergebracht.

Geschichte

„Als Francisco gerade fünf Jahre alt war, kamen die siegreichen Franzosen und besetzten den Ort und die Umgebung mit dem Ziel, die gesamte iberische Halbinsel zu erobern und die spanische Armee wegzudrängen, der es gemeinsam mit Freiwilligen, Politikern und verschiedenen Patrioten gelang, sich in Cádiz in Sicherheit zu bringen. In diesem Alter war es ihm nicht bewusst, dass sie im Ort großen Schaden anrichteten. Ganze Häuser wurden an den beiden Ufern (Ribera de la Banda und Ribera del Lugar) des kleinen Flusses Iro abgerissen, um die Stellungen der Franzosen zu befestigen. Der kleine Junge sah nur die französischen Soldaten mit ihren Sturmhauben und Bajonetten, die kriegerische und stolze Kavallerie, die Offiziere mit ihren schönen Uniformen mit Goldstickereien, die in der Straße Cuesta Hormaza auf und abliefen und ins Hauptquartier gingen oder zu Joseph Bonaparte persönlich, sowie sein Gefolge beim Besuch der Streikräfte. Die vielen Uniformen mit ihren Knopfleisten, Posamentierarbeiten und Stickereien blieben ihm für immer im Gedächtnis.“ BOTO ARNAU, G. (2005). Paquiro ante la historia (zu Dt.: Paquiro und die Geschichte) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana. S. 30.

„Francisco Montes hat den formellen Kodex für die heutigen Stierkämpfe erstellt. Er betrachtet den Stierkampf als eine Kunst, auf die er die Leitsätze des Neoklassizismus anwendet, um ihr eine logische Ordnung zu geben. Nach dem Einzug der Matadore mit ihren Teams, bei dem sie sich dem Publikum vorstellen, ist der Stierkampf in drei getrennte Teile unterteilt: erstes Drittel (tercio de varas), der Teil der Banderillas (geschmückte Stechlanzen) und der Teil des Todes. Paquiro unterstreicht den Showcharakter der Stierkampfkunst, indem er die Anzüge der Lichter erschafft, mit der sich der Stierkämpfer abhebt. Bei den Anzügen lässt er sich vom Stile der Zeit des Übergangs vom 18. zum 19. Jh. inspirieren und von den Galauniformen der Offiziere der französischen Armee. Den Namen „Anzug der Lichter“ erhielten sie, da man bei diesen Edelsteine, Pailletten, Zierschnüre und Fransen als Schmuck verwendete. Er hat auch den nach ihm benannten Hut Montera erschaffen, der aus Astrachan besteht und seitlich mit Quasten geschmückt wird.“ VV. AA. El torero Francisco Montes (Paquiro) (zu Dt.: Der Stierkämpfer Francisco Montes (Paquiro)) aus El Portal del Lector, Bibliothek der autonomen Gemeinschaft Madrid, ohne Jahr.

Bildquelle

„Francisco Montes Paquiro vor einem Stierkampf. Der Abschied des Stierkämpfers, 1847“. Ángel María Cortellini Hernández. ÖL auf Leinen, 1847. Museum von Carmen Thyssen (Málaga).

 

7. Der rechtmäßige Bürgermeister Ambrosio Muñoz

Hier stand das Rathaus, Sitz des Gemeinderates. Der rechtmäßige Bürgermeister und „glühende Patriot“ Ambrosio Muñoz war gezwungen, in seinem Haus Marschall Victor und den jungen Offizier Antoine L. Apollianaire Fée aufzunehmen.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Ambrosio Muñoz war zur Zeit der Besatzung der rechtmäßige Bürgermeister von Chiclana und sah sich gezwungen, in seinem Haus General Victor unterzubringen und auch den Pharmazieassistenten Antoine Laurent Apollinaire Fée, der in seinen Erinnerungen – Erinnerungen an den Krieg in Spanien, der Unabhängigkeitskrieg genannt wird, 1809-1813 – über den Aufenthalt im Haus von Ambrosio Muñoz schrieb.

Standort

Straße de La Plaza, städtisches Ausbildungszentrum „Pepita Rodríguez“ neben der Schule San Agustín und der Kirche San Telmo. Auf diesem Grundstück befand sich während der französischen Besatzung und zu unterschiedlichen Zeiten im 18. und 19. Jh. das Rathaus.

Geschichte

„Ende des Jahres 1809 war mehr als die Hälfte Spaniens vom kaiserlichen Heer besetzt. Nur Andalusien war bisher davon verschont geblieben, die Gräuel des Krieges direkt zu erleben. Aber das sollte nicht mehr lange so bleiben. Trotz der Gefahren am Ende dieses Jahres sendete Francisco Álvarez de Toledo, Herzog von Medina Sidonia, Herr des Ortes Chiclana, den folgenden Brief mit Anweisungen an die Gemeindeverwaltung und informierte über die Ernennung von Bürgermeister und Stadträten […]: „Da es mir zukommt, in dem mir unterstehenden Ort Chiclana die Ämter der Justiz zu wählen und zu besetzen, auf den Vorschlag der Stadtverwaltung hin und nachdem mir dieser für das kommende Jahr achtzehnhundertzehn durch den Gemeinderat unterbreitet wurde, der am vergangenen achten November abgehalten wurde und ich gut informiert bin [...]. Durch dieses mein Schreiben ernenne ich zu den Bürgermeistern für das genannte Jahr achtzehnhundertzehn Herrn Ambrosio Muñoz und Herrn Fernando Caballero; zu Stadträten Herrn Nicolás Tocino, Herrn Diego Pérez, Herrn Martín Salado und Herrn Sebastián Ariza; und zum Syndikus Herrn Antonio Jurado, alle Einwohner des Ortes“.“ ARAGÓN GÓMEZ, J. (2007). Chiclana bajo el reinado de José Bonaparte (zu Dt.: Chiclana unter der Herrschaft von Joseph Bonaparte). Chiclana: Stiftung Fundación Vipren. S. 28.

„Der Herzog von Alburquerque hatte auf Anweisung der Zentraljunta am 3. [Februar] mit einem schnellen Marsch zur Insel Cádiz begonnen, gerade noch rechtzeitig, um die beiden Orte verteidigen zu können, bei der es größere Chancen gab, sie zu halten oder der französischen Belagerung standzuhalten: die Löweninsel (Isla de León) und Cádiz. Keins der beiden Ereignisse war Grund genug, um in Chiclana den wichtigen Gemeinderat abzusagen, der am 2. stattfinden sollte. Es war der erste Gemeinderat im Monat Februar und den Vorsitz hatte wie üblich Josef María Gómez, Jurist des königlichen Rates, Vogt und Kriegskapitän des Ortes, mit Anwesenheit der rechtmäßigen Bürgermeister und Stadträte, die den Gemeinderat von Chiclana bildeten.“ ARAGÓN PANÉS, J. L. (2011). Chiclana de la Frontera durante la ocupación francesa en la Guerra de la Independencia. Crónica municipal 1810-1812. (zu Dt.: Chiclana de la Frontera während der französischen Besatzung im Napoleonischen Krieg, Stadtchronik 1810-1812) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana. S. 24.

Bildquelle

Es gibt keine Bildquelle zu Ambrosio Muñoz. In diesem Fall hat man sich als Beispiel für ein Bild des Provinzgouverneurss von Querétaro (Mexico), Miguel Domínguez entschieden, Urheber und Sammlung sind unbekannt.

 

8. Joseph Bonaparte

In dem ehemaligen Palais von Alejandro Risso — nach seinem Tod Waisenhaus San Alejandro und heute Sitz der Stadtverwaltung — übernachtete am 19. Februar 1810 Joseph Napoleon I., König von Spanien von 1808 bis 1813.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Joseph Napoleon Bonaparte (Corte, Korsika 1768 - Florenz 1844), König von Spanien vom 6. Juni 1808 bis zum 11. Dezember 1813, von seinem Bruder, dem Kaiser von Frankreich Napoleon I. nach dem Aufstand vom 2. Mai zum König proklamiert.

Standort

Gegenüber vom Rathaus von Chiclana. Bei dem aktuellen Gebäude (20. Jh.) hat man bei der Fassade die Pracht des ehemaligen Palais von Alejandro Risso widerspiegeln wollen, das nach dem Tod des wohlhabenden Kaufmanns als Waisenhaus San Alejandro an die Gemeinde gespendet wurde.

Geschichte

„Joseph I. machte sich am 12. Februar von Sevilla aus auf den Weg nach Utrera. Dort erhielt er die Nachricht, dass es dem Herzog von Alburquerque mit der Armee der Extremadura gelungen war, zur Löweninsel (Isla de León) vorzudringen. Am nächsten Tag verließ er Utrera am frühen Morgen und erreichte Jerez de la Frontera, wo er von den Einwohnern mit Beifallsrufen empfangen wurde. Am 14. brach er in Richtung El Puerto de Santa María auf — dort sah er zum ersten Mal die Bucht von Cádiz von der Gegend um Buenavista aus — wo er sein Hauptquartier einrichtete. Am 15. begab er sich zur Festung Santa Catalina, von der aus er die Mauern und sonstigen Bauten der Stadt Cádiz betrachten konnte. An den folgenden Tagen besuchte er Puerto Real und Chiclana de la Frontera”. TORREJÓN CHAVES, J. (2008). “El sitio francés de la Isla de León (1810-1812)” (zu Dt.: Die französische Belagerung der Löweninsel (1810-1812)), in der Zeitschrift Revista General de la Marina, Band 255, August-September. Madrid: Verteidigungsministerium. S. 361.

„Nach dem Besuch des umstrittenen Stierkampfs zu seinen Ehren [in El Puerto de Santa María] am Nachmittag des 18., besuchte José Napoleón am nächsten Tag in Begleitung von Soult und anderen Dienstherren die Militärstandorte und Stützpunkte in der Bucht. Er legte einen Zwischenstopp in Puerto Real ein, wo er die Burg von Matagorda und die Festung von San Luis besuchte; er näherte sich dem Kanal von Sancti Petri und begab sich bis nach Chiclana, wo er die Nacht vom 19. verbrachte. Dort traf er sich mit dem General Eugene C. Villatte, der in diesem Ort eine Division anführte, und mit Marschall Claude P. Victor, Oberbefehlshaber des 1. Kaiserlichen Korps, der sich dort seit ein paar Tagen aufhielt“. CIRICI, J. R. (2003). “Un palacio portuense para el Estado Mayor francés”, (zu Dt.: Ein Palast am Hafen für den französischen Generalstab) in CIRICI, J. R. und RAMOS SANTANA, A. (COORDS). La furia de Marte. Ideología, pensamiento y representación. (zu Dt.: Der Zorn des Mars: Ideologie, Denken und Vorstellung) Cádiz: Universität Cádiz. S. 342-343.

Bildquelle

«Porträt von Joseph Bonaparte», von Jean Baptiste Joseph Wicar. Musée National des Château de Versailles et de Trianon, Paris (Frankreich).

 

9. Antoine L. Apollinaire Fée

Der Offizier und Apotheker Antoine L. Apollinaire Fée entnahm in diesem Palais des Herzogs von Torres das Herz von General Sénarmont und balsamierte es ein, bevor die Totenwache begann. Hier begann der Leichenzug zur Kirche San Telmo.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Der Offizier und Apotheker Antoine Laurent Apollinaire Fée (Ardentes 1789 - Paris 1874), der Doktor der Medizin wurde und Chefapotheker des Krankenhauses von Straßburg und ein herausragender Botaniker. Er schrieb seine Erinnerungen an den Krieg in Spanien, der Unabhängigkeitskrieg genannt wird, 1809-1813. Er erhielt die Aufgabe, das Herz von Sénarmont zu entnehmen und einzubalsamieren, um es nach Paris zu senden, wie Napoleon gefordert hatte. Er war auch Zeuge der Schlacht vom 5. März 1811.

Standort

Gegenüber vom Palais von José de Retortillo (Plaza del Retortillo 1). Dort fand die Totenwache statt und startete der Leichenzug von Sénarmont, Degennes und Pinondelle. Fée entnahm hier das Herz von General Senármont, das in Santa Ana ausgestellt wurde, bevor man es nach Paris sendete.

Geschichte

„Zu den französischen Militärs, die den Ort besetzten, gehörte auch der eine oder andere Intellektuelle wie zum Beispiel Antoine Laurent Apollinarie Fée (1789-1874), der im Alter von 19 Jahren nach Chiclana kam und mehr als ein Jahr mit der Invasionsarmee verweilte […]. Als er den Ort Santa Ana erwähnt, spricht er über den Tod des Generals der Artillerie Sénarmont, der von Fée selbst einbalsamiert wurde und in der Kapelle unter dem Altar der heiligen Dame beigesetzt wurde, aber erst nachdem man sein Herz entnommen hatte, das man mehrere Tage in der Kapelle ausstellte, bevor man es an seine Familie übersendete“. ROMERO MONTALBÁN, J. D. (2014). El cerro de Santa Ana. Chiclana, historia y culto. (zu Dt.: Die Anhöhe Cerro de Santa Ana, Geschichte und Kultus). Chiclana: Verlag Navarro Editorial. S. 229.

„Fée sagt, dass er aus Issoudun stammt, einer Stadt in der Region Berry in Zentralfrankreich. Bevor er 20 Jahre alt war, wurde er einberufen. Da er nach Spanien gesendet wurde, druchquerte er einen Großteil des Landes von 1809 bis Ende Juni 1813. […] Er wurde Chefapotheker im Militärkrankenhaus in Straßburg und Mitglied der Akademie für Medizin. 1850 wurde er zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Nach dem Deutsch-Französischen-Krieg, bei dem er die Belagerung und die Bombardierung von Straßburg miterleben musste, ging er nach Paris zurück. […] 1874 wurde er zum Vorsitzenden des Botanik-Verbands Frankreichs ernannt.“ NAVARRO VILLALBA, J. (2007). “Advertencia del traductor”, en FÉE, A. L. A. Recuerdos de la guerra de España, llamada de la Independencia, 1808-1813. (zu Dt.: Hinweise des Übersetzers zu FÉE, A. L. A. Erinnerungen an den Krieg in Spanien, der Unabhängigkeitskrieg genannt wird, 1809-1813) Madrid: Verteidigungsministeriurm. S. 16.

Bildquelle

“Porträt des französischen Botanikers Laurent Apollinaire Fée”, aus Acta Horti (1905).

 

10. Dem Volk von Chiclana

Die „fürchterliche“ Besetzung Chiclanas vom 7. Februar 1810 bis zum 25. August 1812 hinterließ Zerstörung, Hunger und Tod. Das Volk von Chiclana, das diese wie eine Katastrophe erlitt, reagierte ehrenvoll und heldenhaft.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Vier Figuren: ein alter Mann, zwei Frauen und ein Kind, die symbolisch für die Einwohner von Chiclana stehen. Während der Besetzung schrumpfte die Bevölkerungszahl auf unter 7000 Einwohner. Die Männer im kriegsfähigen Alter wurden von der Zentraljunta angewiesen, den Ort zu verlassen, um die Insel und Cádiz zu verteidigen.

Standort

Plaza de Jesús Nazareno, Gegenüber der Kirche Jesús Nazareno.

Geschichte

„Aber worüber man am wenigsten spricht, sind die angrenzenden Orte, von denen aus das napoleonische Heer die Belagerung von Cádiz ausführte, das heißt Chiclana, Puerto Real, Puerto de Santa María und Rota. In was für einer Situation befanden sich die Bewohner und diese Orte? In Chiclana flohen die Männer, bevor die Franzosen eintrafen. Der Markgraf von Hormazas sendete von Cádiz aus die folgende Anweisung nach Chiclana: „Seine Majestät hat beschlossen, dass Euer Gnaden umgehend alle Vorräte, Waffen und sonstigen Gegenstände, die dem Feind nützlich sein könnten, zu übersenden haben; dass Euer Gnaden alle Salzwerker und alle Knechte und jeden, der eine Waffe führen kann, auffordere, sich in diese [Stadt] zu begeben, bevor sie vom Feind überrascht werden und wenn dieser den Ort überfällt, möge man ihn mit Vernunft empfangen.“ Oder was dasselbe ist: Frauen, Alte und Kinder aus Chiclana, schaut selbst, wo ihr bleibt…!“. ARAGÓN GÓMEZ, J. (2011). “La vida cotidiana en Chiclana durante la Guerra de la Independencia”, (zu Dt.: Der Alltag in Chiclana während des Napoleonischen Krieges) in DURÁN LÓPEZ, F. (ED). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S. 74.

„Wie aus den Aufzeichnungen des Kirchenbuches der Pfarrkirche hervorgeht kapitulierte Chiclana im Februar 1810 kampflos in Anbetracht der deutlichen Überlegenheit des napoleonischen Heeres: „Am 7. Februar 1810 marschierte die französische Kavallerie in diesem Ort ein und am elften desselben Monats die Infanterie, alle zusammen waren es 10.000 Mann und sie besetzten diesen Ort bis zum 24. August 1812. In dieser Nacht etwa gegen elf begannen die Truppen mit dem Rückzug, nachdem sie die Kanonen vernagelt und die Lafette unbrauchbar gemacht hatten. Und am Morgen des 25. war man von der härtesten Sklaverei befreit und freute sich, den Spaniern zu dienen, die den Ort sofort einnahmen“.“ ROMERO MONTALBÁN, J. D. (2014). “Una obra cumbre del Neoclásico gaditano”, (zu Dt.: Ein Meisterwerk des Neoklassizismus in Cádiz) in RODRÍGUEZ, J. C. (COORD.) Vox Clamantis. Arte e historia en la Iglesia Mayor de San Juan Bautista. 1814-2014. (zu Dt.: Vox Clamantis: Kunst und Geschichte in der Pfarrkirche San Juan Bautista. 1814-2014) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana. S. 28.

Bildquelle

„Der Graf von Maule und Antonio Pizano vor einer Landschaft in Chiclana“ (1806) [Detail], Öl auf Leinen, von Franz Xavier Riedmayer, Privatsammlung.

 

11. General Villatte

General Eugène-Casimir Villatte, der die Befehlsgewalt über die 3. Division der Infanterie der französischen Armee in Chiclana hatte, ordnete die Besetzung dieser Pfarrkirche an, die sich noch im Bau befand, um sie als Kaserne, Quartier für die Artillerie und Stall zu verwenden.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Eugène-Casimir Villatte (Longwy 1770 - Nancy 1834) befehligte die 3. Division der Infanterie des Ersten Korps der Armee des Mittags in Spanien. In Chiclana zogen neben diesem vier weitere Regimente der Linieninfanterie ein, das 27., das 63., das 94. und das 95. des Ersten Korps mit insgesamt 6391 Soldaten. General Villatte — dessen Nachname in mehreren biografischen Verweisen ins Spanische als „Villate“ übertragen wird — war oberster Befehlshaber der in Chiclana quartierten Garnison.

Standort

Plaza Mayor. Gegenüber der Pfarrkirche San Juan Bautista. Kurz vor der Fertigstellung des Baus wurde sie von den französischen Truppen geplündert, die sie als Stallung verwendeten. [Die Pfarrkirche San Juan Bautista ist der einzige Bau aus dem besetzten Chiclana, der – neben der Anhöhe Cabeza del Puerco — als interessantes Kulturgut geschützt wurde, und zwar als historische Stätte des kulturellen Erbes der Orte des Parlaments und der Verfassung von 1812 in San Fernando, Cádiz und in der Bucht. Dekret 51/2012 vom 29. Februar. Kultusministerium der Regionalregierung Andalusiens.]

Geschichte

„Marschall Victor befehligte das 1. Korps der zusammengesetzten Armee neben dem Generalstab, den der Brigadegeneral Sémellé befehligte mit vier Divisionen, die von den Generälen François Ruffin, Augustin Darricau, Eugenere Casimir Villatte und Victor Latour-Maubourg angeführt wurden, die sich auf die Orte El Puerto de Santa María, Jerez, Puerto Real, Chiclana, Conil, Medina und Arcos verteilten. Insgesamt bestanden die Streitkräfte der Armee, die Cádiz und die Insel blockieren sollten aus mehr als 16.000 Kämpfern neben den Befehlshabern und Hilfskräften.“ ARAGÓN GÓMEZ, J. (2011). “La vida cotidiana en Chiclana durante la Guerra de la Independencia” (zu Dt.: Der Alltag in Chiclana während des Napoleonischen Krieges) in DURÁN LÓPEZ, F. (ED). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S. 59.

„Eugene Casimir Villatte, Baron von Outremont, kam in Longwy im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Lothringen am 14. April 1770 zur Welt. Als er in den ersten Tagen des Februars 1810 nach Cádiz kam, führte er die 3. Division des 1. Kaiserlichen Korps mit Sitz in Chiclana an. Er hielt sich abwechselnd in dem Ort selbst, wo er im Haus von Frasquita Larrea wohnte, der Ehefrau des aus Deutschland stammenden Konsuls Nicolas Böhl von Faber und Mutter der Schriftstellerin Fernán Caballero, und in El Puerto de Santa María auf. Nachdem er Andalusien verlassen hatte, befehligte er nach der Umstrukturierung des Heeres in Spanien, die Soult 1813 durchführte, ein Reservekorps mit drei Divisionen”. CIRICI, J. R. (2013). “Un palacio portuense para el Estado Mayor francés” (zu Dt.: Ein Palast am Hafen für den französischen Generalstab) in CIRICI, J. R. und RAMOS SANTANA, A. (COORDS). La furia de Marte. Ideología, pensamiento y representación. (zu Dt.: Der Zorn des Mars: Ideologie, Denken und Vorstellung) Cádiz: Universität Cádiz. S. 350.

Bildquelle

Es wurden keine Bildquellen zu General Villatte gefunden außer einem Porträt ohne Angabe von Urheber und Sammlung.

 

12. General Sénarmont

In dieser Kapelle Santa Ana — Hauptquartier und wichtigstes „Bollwerk“ des Eindringlings — wurde General Sénarmont, „Prinz der französischen Artilleristen“ beigesetzt. Auch wurde sein Herz hier ausgestellt, bevor man es nach Paris übersandte.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Alexandre-Antoine Sénarmont (Straßburg 1769-Chiclana 1810) Generalmajor und oberster Befehlshaber der Artillerie Napoleons in Spanien. Er wurde 1810 in der Kapelle Santa Ana beigesetzt, neben Oberst Degennes, Generaldirektor der Artillerie und Kommandant des 4. Fußregiments, und Hauptmann Pinondelle der 2. Kompanie des 2. Regiments der berittenen Artillerie, Kommandant der Artillerie der Division der Dragoner von Latour-Maubourg und des Bollwerks „Villatte“.

Standort

Auf der Anhöhe Cerro de Santa Ana, auf dem Platz vor der Kapelle Santa Ana, Hauptquartier des französischen Heeres. Vor dem Denkmal des Heiligsten Herzens Jesu muss während der französischen Belagerung die Artillerie und eins der französischen Bollwerke seinen Standort gehabt haben. Dieses wurde zu seinen Ehren „Fort“ Senármont genannt.

Geschichte

„[Die Kapelle] war bis ins Jahr 1810 hinein, als die Belagerung der Stadt Cádiz durch das französische Heer während des Napoleonischen Kriegs begann, gut erhalten. Die Franzosen umringten die Kapelle mit einer Batterie. Im selben Jahr 1810 wurden hier ein General der Artillerie und zwei Offiziere bestattet, die in einer anderen französischen Batterie (etwas weiter weg hinter der Anhöhe von San Cristóbal) durch eine Granate, die von San Fernando aus abgeschossen wurde, gestorben waren. Nach dem Abzug der französischen Truppen wurde sie nicht weiter beachtet und schließlich zerstört; der Bodenbelag aus Marmor wurde rausgerissen.“ MANJÓN, F. “Memoria histórica-descriptiva de la capilla de Santa Ana” (1870) (zu Dt.: Beschriebenes geschichtliches Andenken an die Kapelle Santa Ana) in ROMERO MONTALBÁN, J. D. (2014). El cerro de Santa Ana. Chiclana, historia y culto. (zu Dt.: Die Anhöhe Cerro de Santa Ana, Chiclana: Geschichte und Kultus) Chiclana: Verlag: Navarro Editorial. S. 244.

„In Chiclana wurde das Quartier der Truppen eingerichtet, die Cádiz belagerten, und so wurde der Ort zu einem Militärlager, was Auswirkungen auf alle kommerziellen und landwirtschaftlichen Aktivitäten hatte. Die Kapelle Santa Ana wurde in eine große Festung verwandelt und mit einer großen Kanone ausgerüstet, die in Richtung des Weges nach Medina zeigte.“ MARTÍN FIERRO, P. (1997). El magistral Cabrera, un naturalista ilustrado. (zu Dt.: Domkapitular Cabrera, Gelehrter und Naturforscher) Chiclana: Stadtverwaltung von Chiclana. S. 173.

Bildquelle

„Alexandre-Antoine Sénarmont“, Stich von Paul Bourgeois gedruckt von Thierry Frères. Musée National des Château de Versailles et de Trianon, Paris (Frankreich).

 

II. DIE SCHLACHT VON LA BARROSA

13. Marschall Victor

Marschall Claude Victor Perrín war für die Belagerung der Stadt Cádiz zuständig und führte die Truppen Napoleons am 5. März 1822 an. Hier befand sich die Mühle von Almansa, bis zu der die spanischen Truppen die Division von Villatte vom Turm Torre Bermeja aus zurückdrängten.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Marschall Claude Victor Perrín (Lamarche 1764-París 1841), Herzog von Belluno – auch „Bellune“ geschrieben – Generalkommandant des 1. Korps der l’Armée d’Espagne, an der Spitze der Truppen Napoleons bei der Belagerung von Cádiz.

Standort

Landstraße Carretera de La Barrosa. Kreisverkehr von Sancti Petri. In der Nähe des ehemaligen Standorts der Mühle von Almansa.

Geschichte

„Claude Victor Perrín war in Lamarche, im Départment Vosges am 7. Dezember 1764 zu Welt gekommen. Er trat mit 15 Jahren als Trommler in ein Regiment der französischen Artillerie ein, stieg 1792 nach der Belagerung von Toulon zum Oberstleutnant auf. 1794 kämpfte er gegen die spanischen Truppen von General Ricardo und dem Markgrafen von las Amarillas in den Pyrenäen und stieg zum Brigadegeneral auf. Der Italienfeldzug 1797 trug dazu bei, dass er zum Generalmajor befördert und zum Herzog von Belluno ernannt wurde. 1799 kämpfte er direkt unter Napoleon und nahm am Preußen- und Russlandfeldzug teil. Als Marschall des Kaiserreichs kam er Ende des Jahres 1808 nach Spanien und befehligte das 1. Korps der französischen Armee bei der Eroberung Madrids und beim Zug nach Portugal und Andalusien, bei dem er bis in die Bucht von Cádiz vordrang. Sein einziger Misserfolg sollte die Belagerung von Cádiz werden, mit Schützengräben und massivem Einsatz der Artillerie. Nach verschiedenen Versuchen […] konnte er die Stadt nicht einnehmen, gab die Blockade auf und ließ anscheinend zahlreiche Teile der Artillerie und Kriegsausrüstung zurück. Bei der Rückkehr der Bourbonen wurde er Anhänger der Monarchie und übernahm während der Restaurationszeit verschiedene Ämter. Pair von Frankreich, Oberst der 2. Militärdivision und von 1821 bis 1823 Kriegsminister. Er kehrte gemeinsam mit dem Herzog von Angulema nach Spanien zurück bei dem Feldzug der sogenannten „Hunderttausend Söhne des Heiligen Ludwig“.“ CIRICI, J. R. (2013). „Un palacio portuense para el Estado Mayor francés“ (zu Dt.: Ein Palast am Hafen für den französischen Generalstab) in CIRICI, J. R. und RAMOS SANTANA, A. (COORDS). La furia de Marte. Ideología, pensamiento y representación. (zu Dt.: Der Zorn des Mars: Ideologie, Denken und Vorstellung) Cádiz: Universität Cádiz. S. 349.

„Der Regentschaftsrat sah in der Reduzierung der Truppen der Belagerung die Möglichkeit, den Kampf gegen Marschall Victor wieder aufzunehmen und Cádiz von der Belagerung zu befreien. Mit Unterstützung der britischen und portugiesischen Verbündeten entschied man sich für einen militärischen Einsatz, bei dem zwei Divisionen (eine spanische und eine englisch-portugiesische) in Tarifa anlanden und von da aus zu Fuß in das etwa 80 km nördlich liegende Medina Sidonia marschieren sollten, um die französische Nachhut in Sancti Petri anzugreifen, während gleichzeitig spanische Truppen von der Insel mit einer Brücke aus Schiffen den Kanal überqueren würden, um die Franzosen durch dieses Manöver in die Zange zu nehmen. Aber man hatte sich von diesem Schlag zu viel erhofft, da man erwartete, dass sich die Franzosen, sobald sie umzingelt waren, ins Landesinnere zurückziehen würden, sodass man nach Jerez und Sevilla vordringen könnte.“ GARCÍA CONTRERAS, J. (2019). “Texto introductorio”, (zu Dt.: Einleitung) in DÍAZ DE LA TORRE, J. L. La Batalla de La Barrosa, 5 de marzo de 1811. (zu Dt.: Die Schlacht bei La Barrosa, 5. März 1811) Chiclana: Verband: Asociación Pro Fundación Batalla de La Barrosa. S. 12.

Bildquelle

„Claude-Victor Perrín, Herzog von Bellune“, von Antoine-Jean Gros. Musée National des Château de Versailles et de Trianon, Paris (Frankreich).

 

14. General Zayas

General Pascual Zayas y Chacón (Havanna 1772 - Chiclana 1827) stand an der Spitze der Einheit, die das Boot von Sancti Petri vom 3. bis 5. März 1811 verteidigte. Er lebte am Ende in Chiclana und wurde auf dem alten Friedhof San Juan Bautista beigesetzt, der auch als Gemeindefriedhof bekannt war und sich hinter der Pfarrkirche befand.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

General Pascual Zayas y Chacón führte die Einheit an, die das Boot von Sancti Petri vom 3. bis 5. März 1811 verteidigte. Er lebte am Ende in Chiclana und wurde auf dem Friedhof San Juan Bautista 1829 beigesetzt.

Standort

Strandpromenade von Sancti-Petri nur wenige Meter vom Haus Casa del Farero entfernt, gegenüber der Stelle, an der bis in das 20. Jh. hinein eine Pontonbrücke über den Kanal von Sancti Petri verlief.

Geschichte

„General Pascual Zayas y Chacón (1772-1827) […], war ein effizienter und harter Befehlshaber der spanischen Armee, der in Havanna zur Welt gekommen war. Er kämpfte im Ersten Koalitionskrieg (1793-94) gegen die Franzosen und in der Schlacht von Brión (La Coruña, 1800) gegen die Briten. Während des Napoleonischen Krieges führte er mehrfach Truppen auf der gesamten iberischen Halbinsel an und wurde aufgrund seiner „schlag zu und renn weg“-Praktiken bekannt, die dem Feind sehr zusetzten. In La Barrosa leitete er die Überquerung des Kanals von Sancti Petri bis zur Überwindung von Las Flechas und Zurückdrängung von Villatte. Leider hörte Lapeña nicht auf ihn, als er ihn bat, Graham zu unterstützen. Er starb und wurde in Chiclana am 5. Juni 1829 auf dem Gemeindefriedhof, dem alten Friedhof hinter der Pfarrkirche, beigesetzt.“ DÍAZ DE LA TORRE, J. L. (2019). La Batalla de La Barrosa, 5 de marzo de 1811. (zu Dt.: Die Schlacht bei La Barrosa, 5. März 1811) Chiclana: Verband: Asociación Pro Fundación Batalla de La Barrosa. S. 62.

„Die Truppen auf der Insel werden von General Zayas befehligt, der, denke ich, der beste der Offiziere ist, zumindest ist er der intelligenteste und nicht eitel. Er muss mit dem Hauptkorps zusammenarbeiten, indem er einen Einsatz von Sancti Petri aus startet.“ [Brief des Botschafters Henry Wellesley an Lord Wellington, Cádiz, 27.2.1811]. DURÁN LÓPEZ, F. (2011). “A tres leguas de nosotros: polémicas, juicios y testimonios”, (zu Dt.: „Drei Meilen von uns entfernt: Polemiken, Urteile und Berichte“) in DURÁN LÓPEZ, F. (ED). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S.151.

Bildquelle

„Porträt von General Pascual de Zayas y Chacón“ von Vicente López. Nationalmuseum der schönen Künste in Havanna (Cuba).

 

15. General Graham

Sir Thomas Graham verkörperte an der Spitze der britischen Truppen das Heldentum auf der Anhöhe Cerro del Puerco. In diesem Haus sprach er am Nachmittag des 5. März mit General Lapeña, um den Angriff auf Chiclana vorzubereiten. Trotz des Plans kehrte er bei Sonnenaufgang zur Löweninsel (Isla de León) zurück.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Sir Thomas Graham (Perthshire, Schottland 1748-London 1843), Baron Lynedoch, stand an der Spitze der britischen Truppen bei der Schlacht bei La Barrosa. Er kam 1810 als Generalleutnant nach Cádiz, um die britischen und portugiesischen Truppen anzuführen, die das belagerte Cádiz verteidigten. Er war bereits 62 Jahre alt. Er war dem Militär zwanzig Jahre zuvor beigetreten, nachdem man mit dem Leichnam seiner Frau Mary Cathcart, die in Frankreich an Tuberkulose gestorben war, schändlich umgegangen war.

Standort

Landstraße Carretera de La Barrosa, Gärten des Generals Graham im Torhaus des Landguts San José am Strand von La Barrosa, dem heutigen Zentrum für Umweltbildung mit dem Namen „La mar de posibilidades“.

Geschichte

Der schottische General Thomas Graham, der auf der Löweninsel verkümmerte, während er eine unbedeutende und kaum aktive britische Garnison befehligte, die nur geringe Fähigkeiten für Manöver aufwies, hatte auch persönliche Pläne: Er wollte etwas tun, wollte vor den Augen von Wellington Erfolge verzeichnen, um aufzusteigen und einen Posten mit mehr Entscheidungsmacht in dessen Nähe zu bekommen, er suchte den Respekt der Berufsmilitärs für einen, der keiner war, und der Legende zufolge, die er selbst in Umlauf gebracht hatte, wurde er auch von dem Schwur angetrieben, die Schändung des Leichnams seiner Frau durch die französischen Revolutionäre Jahre zuvor zu rächen.“ DURÁN LÓPEZ, F. (ED). (2011). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S. 6.

„Am 21. Februar 1811 starteten die britisch-portugiesischen Truppen unter der Führung von Generalleutnant Sir Thomas Graham im Hafen von Cádiz in einem Konvoi aus 20 Schiffen jeder Art, mit Fregatten und Linienschiffe mit 64 Geschützen wie der Saint Albans und der Stately, um in Tarifa anzulanden, aber ein Unwetter machte dies unmöglich und sie landeten in Algeciras an. Nachdem sie sich mit dem Bataillon von Oberstleutnant Browne zusammengeschlossen hatten, marschierten sie am 24. Februar nach Tarifa, wo sie Verstärkung durch die dort stationierten Truppen bekamen.“ GARCÍA CONTRERAS, J. (2019). “Texto introductorio”, (zu Dt.: Einleitung) in DÍAZ DE LA TORRE, J. L. La Batalla de La Barrosa, 5 de marzo de 1811. (zu Dt.: Die Schlacht bei La Barrosa, 5. März 1811) Chiclana: Verband: Asociación Pro Fundación Batalla de La Barrosa. S. 12.

Bildquelle

„Porträt des Generalleutnants Thomas Graham, Baron Lynedoch“ von Thomas Lawrence. Royal & Albert Museum (London).

 

16. General Lapeña

General Manuel Lapeña, Oberbefehlshaber des Heeres der verbündeten Länder, gab Befehl, die Truppen Napoleons anzugreifen, die sich gegenüber vom Turm Torre Bermeja befanden, um den Weg nach Cádiz über Sancti Petri freizumachen. Hier blieb er, während Graham auf der Anhöhe Loma del Puerco kämpfte.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Generalleutnant Manuel Lapeña y Ruiz del Sotillo (Valtierra, Navarra 1762 - Madrid 1820), Kapitän-General Andalusiens, Interimskommandant des 4. Heeres und Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen am 5. März 1811, da Spanien die meisten Kräfte stellte.

Standort

Strandpromenade von La Barrosa. Erster Abschnitt, neben der Touristeninformation, unter dem Turm Torre Bermeja, an einem Schauplatz der Schlacht.

Geschichte

„Er kehrte nach Cádiz zurück, beteiligte sich an der Verteidigung und wurde am 14. Mai zum Kapitän-General Andalusiens ernannt. Zwei Monate später (20. Juli) übernahm er das Interimskommando des 4. Heeres. Außerdem wurde er am folgenden 13. November zum Oberstleutnant des Regiments Reales Guardias Españolas ernannt. Um die Belagerung von Cádiz zu beenden, plante man einen Angriff in Zusammenarbeit mit dem englischen Heer, das von Thomas Graham befehligt wurde. Sie landeten in Algeciras an und griffen die Linien von hinten an, während die Division von Zayas einen Angriff von Sancti-Petri aus startete. Nachdem der erste Teil des Plans abgeschlossen war, begannen sie mit dem Zug Richtung Cádiz, die Spanier in der Vorhut und Graham bildete den Abschluss. Als sie in der Gegend von Chiclana am 5. März 1811 von Marschall Victor angegriffen wurden, [blieb] Lapeña [am Turm Torre Bermeja], während die Engländer an der Anhöhe Cabeza del Puerco hart kämpften […]. Die Engländer bezichtigten die spanischen Befehlshaber, sie im Stich gelassen zu haben, woraufhin es zu gegenseitigen Beschuldigungen kam, die Lapeña eine Woche später (12. März) zwangen, zurückzutreten. Sein Verhalten wurde von einer Militärkommission geprüft, die ihn für unschuldig erklärte, und so erhielt er Monate später (12. Dezember) von der Regentschaft das Großkreuz des Ordens Karls III.“ MARTÍN-LANUZA, A. “Manuel de Lapeña y Ruiz del Sotillo”, in Biografisches Wörterbuch der königlichen Akademie für Geschichte. [Onlineversion].

„General Lapeña war ein Mann, von dem einige sagen, dass er zu genau und etwas zaghaft war, er wirkte gut erzogen, friedlich und war ein erfahrener Soldat, der bereits an der siegreichen Schlacht von Bailén teilgenommen hatte und an der katastrophalen Schlacht von Tudela. Sowohl bei der einen als auch bei der anderen war sein Verhalten tadellos, sonst hätte er nie die Befehlsgewalt für das Heer der Verbündeten erhalten, die den Belagerungsring um Cádiz aufbrechen sollten. Die Kritiken der Briten, die diesen spanischen General als zu passiv und wenig professionell beschreiben, müsste man, wenn sie zutreffen würden, für die Militärs dieser Zeit insgesamt übernehmen.“ QUIÑONES GRIMALDI, P. A. (2011). “La batalla de Chiclana o de la Barrosa: su desarrollo”, (zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana oder La Barrosa: ihr Ablauf) in DURÁN LÓPEZ, F. (ED). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S. 73.

Bildquelle

„Manuel Lapeña Rodríguez y Ruiz de Sotillo, Markgraf von Bondad Real“ (1799), von Franscisco de Goya. The Spanish Society of America, New York (USA).

 

17. General Ruffin

General Graham machte kehrt, um die Anhöhe Loma del Puerco zurückzuerobern, welche die Truppen von General François-Amable Ruffin eingenommen hatten. Der französische General wurde im Kampf tödlich verletzt. Er starb, während die Briten ihn als Gefangenen nach London überführten.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

General François-Amable Ruffin (Bolbec 1771 - Portsmouth 1811) wurde auf dem Schlachtfeld von La Barrosa tödlich verletzt. Er wurde von den Briten gefangen genommen und starb schließlich an Bord der Fregatte Gordon auf dem Weg nach England. Sein Brigadier General Rousseau starb auf dem Schlachtfeld, wo sein Hund, ein weißer Pudel, um ihn jammerte und seinen Herrn nicht verlassen wollte. Später nahm Graham den Hund auf.

Standort

Strandpromenade von La Barrosa, zweiter Abschnitt, Kiefernwald von La Barrosa, Punkt, an dem Graham umkehrte.

Geschichte

„Die ersten Zeichen dafür, dass in der Nachhut nicht alles gut lief, erreichten Graham, als er bereits die Hälfte des Weges vom Turm Torre Bermeja aus zurückgelegt hatte und tief in den Kiefernwald eingedrungen war. Man informierte ihn überrascht, dass Browne von den Franzosen hart angegriffen wurde. Es war ihm sofort klar, dass die Spanier besiegt worden waren, und so sendete Graham an Browne einen lakonischen Befehl: „Kämpfen!“ und wies seine Divisionen an, umzukehren. In jener Zeit waren die militärischen Formationen so komplex, dass man sich nicht einfach nur umdrehen konnte. Es handelte sich vielmehr um ein kompliziertes Manöver, bei dem am Ende die vordersten Linien weiter an der Spitze standen und jede Einheit an demselben Platz stand wie vorher.“ RIDDELL, W. H. (1933). „Barrosa, 5 de marzo de 1811“ (zu Dt.: Barrosa, 5. März 1811) in RODRÍGUEZ, J. C. y RUIZ, J.[EDS.] (2019). Tres visiones de la batalla de La Barrosa. (zu Dt.: Drei Ansichten zur Schlacht bei La Barrosa). Chiclana: Verlag: Editorial Palitroque. S. 145.

„Das Gefecht war außergewöhnlich: Zwei Mal in Folge trafen die französischen und die britischen Regimente in parallelen Linien aufeinander, in einem furchtbaren Gemetzel, wie es in den Kriegen jener Zeit nur selten vorkam. Es war in einem solchen Kampf Mann gegen Mann als Ruffin durch eine Kugel schwer verletzt wurde, die seinen Hals durchdrang. Sein Pferd hatte mehrere Verletzungen erlitten und ging wütend durch und brachte seinen Reiter bis in die feindlichen Linien, in denen beide zu Boden gingen. Das Leben des französischen Generals wurde von Oberstleutnant Joshua Crosse gerettet: „when four fellows were about to stab him, whom he put to flight“. Die Seinen, die ihn Tod glaubten, ließen ihn in dem Durcheinander des abrupten Rückzugs zurück und man brachte ihn auf die Löweninsel (Isla de León), wo er mit größter Sorgfalt gepflegt wurde. Nach zwei Tagen in sehr schwerem Zustand, lethargisch und mit gelähmten Armen, begann es ihm besser zu gehen. TORREJÓN CHAVES, J. (2010). “Muerte a bordo del León de Friendland. François Amable Ruffin, general de división del Primer Imperio Francés”, (zu Dt.: Tod an Bord der León de Friendland. François Amable Ruffin, General der Division des Ersten Kaiserreichs) veröffentlicht in der Zeitschrift Revista General de Marina. Band 259, Juli, Madrid: Verteidigungsministerium. S. 35.

Bildquelle

Der Schlachtenmaler Louis François Lejeune malte sein berühmtes Bild „Die Schlacht von Chiclana, in der Nähe von Cádiz“ (1824) vor allem als Hommage an seinen Freund General Ruffin, der auf der Anhöhe Loma del Puerco tödlich verletzt wurde. Das Bild, auf dem Ruffin verletzt auf dem Schlachtfeld erscheint, gehört zur Sammlung des Musée National des Château de Versailles et de Trianon (Paris).

 

18. Catherine Balland

Catherine Balland, Vivandière des 95. Regiments der Infanterie, lief während der Schlacht durch die französischen Linien und bot den Soldaten Schnaps an, um sie zu beleben. Und so zeichnete Lejeune ihre Courage und ihren Edelmut. Napoleon zeichnete sie mit dem Verdienstabzeichen der Ehrenlegion aus.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Catherine Balland, Vivandière des 95. Regiments der Linieninfanterie, ein Regiment, das Chiclana besetzte. Verdienstorden der Ehrenlegion 1813. Louis-François Lejeune, der Schlachtenmaler der Napoleonischen Kriege hebte sie in seinem Bild über die Schlacht von Chiclana besonders hervor. In der französischen Bibliografie wird ihr Nachname meist „Baland“ geschrieben.

Standort

Park von La Barrosa. Am Hotel RIU.

Geschichte

„Die zentrale Szene des Bildes Bataille de Chiclana. 5 Mars 1811 zeigt den Moment des harten Kampfes zwischen den Briten und den Franzosen auf der Anhöhe Loma del Puerco. Links unten im Bild sieht man General Ruffin, der leblos am Boden liegt, neben seinem Pferd und kurz bevor er von den gegnerischen Soldaten gefangen wird. An ihm fällt seine korpulente und elegante Figur auf und die helle Haut seines Gesichts, das von ungeordneten blonden Locken eingerahmt wird. Auf dem Bild ist die Vivandière Catherine Balland zu sehen, wie sie in den gefährlichsten Momenten der Schlacht durch die Reihen geht und Schnaps an die Soldaten verteilt, um sie zu animieren. Dabei sagte sie zu ihnen: „Tiens, bois, bois, mon brave; tu me paieras demain“. Catherine wurde in der französischen Armee berühmt und erhielt für die beschriebene Handlung und andere ähnliche Handlungen 1813 den Verdienstorden der Ehrenlegion.“ TORREJÓN CHAVES, J. (2010). “Muerte a bordo del León de Friendland. François Amable Ruffin, general de división del Primer Imperio Francés” (zu Dt.: Tod an Bord der León de Friendland. François Amable Ruffin, General der Division des Ersten Kaiserreichs) veröffentlicht in der Zeitschrift Revista General de Marina. Band 259, Juli, Madrid: Verteidigungsministerium. S. 39.

„Das Bild [von Lejeune] zeigt die wichtigste Episode des erbitterten Kampfes, den er in seinen Erinnerungen beschreibt. Es war eine Art aktualisierter Kampf der Hopliten, die ein Veteran, der überlebt hat, den „schrecklichste Bajonett-Kampf, den ich je erlebt habe“ [Vigo-Roussillon: 276] nannte. Beide Quellen tauchen oft als wichtigste Zitate zu dem Ereignis auf (so in Pigeard, 2002: 645). Lejeune war nämlich kein Zeuge dieser Schlacht, denn er kam erst zwischen dem 20. und dem 27. März 1811 in die Provinz Cádiz und war wahrscheinlich am 25. in Chiclana. Er beschränkte sich darauf, die Version von Marschall Victor [Lejeune: 305] abzubilden und einige Anekdoten und Heldentaten, von denen andere Offiziere erzählten, wie das heldenhafte Verhalten der Vivandière Catherine Balland [Ibid: 312] des 95. Linienregiments. Er nutzte seinen Aufenthalt auch, um einige Bilder des Schlachtfelds [Ibid: 313] zu malen, die als Grundlage für das geplante Bild dienen sollten.“ LAFON, J. M. (2011). “La espada, el bisturí y la pluma. Análisis de los testimonios franceses sobre la batalla de Chiclana”, (zu Dt.: Schwert, Skalpell und Feder: Analyse der französischen Berichte zur Schlacht von Chiclana) in DURÁN LÓPEZ, F. (ED). La batalla de Chiclana (5 de marzo de 1811): Estudios y testimonios reunidos con motivo del Bicentenario. (Zu Dt.: Die Schlacht von Chiclana (5. März 1811): zum 200. Jahrestag gesammelte Studien und Berichte) Cádiz: Universität Cádiz. S. 132-133.

Bildquelle

Der Schlachtenmaler Louis François Lejeune baute in seinem berühmten Bild „Die Schlacht von Chiclana, in der Nähe von Cádiz“ (1824) den Mut von Catherine Balland ein, die er auch in seinen Erinnerungen rühmt. Musée National des Château de Versailles et de Trianon (Paris).

 

19. Louis François Lejeune

Louis-François Lejeune, der Schlachtenmaler der napoleonischen Kriege, kam einige Tage nach dem 5. März 1811 nach Chiclana. Er machte Aufzeichnungen, befragte Marschall Victor und entschied sich als Hommage an Ruffin die Schlacht und die „Schönheit des pittoresken Ortes“ zu malen.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

General Louis-François Lejeune (Straßburg 1775 - Toulouse 1848), der Schlachtenmaler der Napoleonischen Kriege, der das Bild „Schlacht von Chiclana, in der Nähe von Cádiz“ (1824) gemalt hat, das zu einem Symbol für die Schlacht vom 5. März 1811 geworden ist und im Museum Musée National des Château de Versailles et de Trianon (Paris) ausgestellt wird.

Standort

Turm Torre del Puerco, von wo aus Lejeune sein berühmtes Bild gemalt hat.

Geschichte

„Zu dem kulturellen Erbe der Schlacht bei La Barrosa oder Chiclana gehört das Bild, das Louis-François Lejeune 1824 zu dieser gemalt hat und das in Versailles in der Nähe von Paris aufbewahrt wird. Es hat zweifellos eine ikonische Bedeutung im Zusammenhang mit dem Ereignis und es hat Kommentare und Untersuchungen dazu gegeben, was der Grund für dieses Bild gewesen sein könnte, und diese wird es auch sicher in der Zukunft geben. Eine besondere Anziehungskraft geht dabei vor allem auch von dem Urheber aus, ein auf Schlachten spezialisierter Künstler ist interessant und wirft verschiedene Fragen auf: [zum Beispiel] zum Bedürfnis, eine Kriegshandlung mit einem Kunstwerk zu rechtfertigen oder zu ehren, die Frage der Verwendung [des Bildes] als eine weitere Waffe der Kriegspropaganda, die Figur des Künstlers und seine zweifelhafte Objektivität und unter anderem auch die vielleicht faszinierendste Frage nach dem Fortbestehen jener Figur, die wir „Schlachtenmaler“ nennen im Laufe der Geschichte.“ DÍAZ DE LA TORRE, J. L. (2018). El pintor de batallas [Catálogo] (zu Dt.: Der Schlachtenmaler [Katalog]), Chiclana: Verband: Asociación Pro Fundación Batalla de La Barrosa. S. 13.

„Im Laufe seiner Dienstjahre in der französischen Armee war er zwei Mal in Spanien. Das erste Mal Ende 1808 als Teil der Truppen, die auf Anweisung von Napoleon selbst kamen, um seinen Bruder Joseph wieder auf den Thron zu heben, nachdem die kaiserlichen Truppen einige unangenehme Zwischenfälle wie in Bailen, El Bruch oder bei der ersten Belagerung von Saragossa erlebt hatten. Er nahm an der Schlacht von Somosierra teil und kam nach Madrid, wo der Kaiser seine Macht demonstrierte, indem er sein Heer anwies, eine Parade in der besten Galakleidung abzuhalten. […] Zwei Jahre später, im Jahr 1811, wurde er erneut auf die iberische Halbinsel geschickt, in diesem Fall auf direkte Anweisung des Kaisers, um die wichtigsten Offiziere der französischen Truppen zu befragen und deren Gemütszustand zu prüfen und die Probleme, die sie bei ihren Aktionen vor Ort hatten [unter anderem mit der Anweisung, die „Belagerung von Cádiz voranzubringen“].“ RÚJULA, P. (2015). “Introducción. Un campo de batalla llamado Europa: Louis-François Lejeune y sus Memorias”, (zu Dt.: Einleitung. Ein Schlachtfeld, das Europa heißt: Louis-François Lejeune und seine Erinnerungen) in LEJEUNE, L. F. Memorias del general Lejeune, 1792-1813. (zu Dt.: Erinnerungen des Generals Lejeune, 1792-1813) Saragossa: Institución Fernando el Católico (CSIC), Provinzialregierung von Saragossa S. IX-X.

Bildquelle

„Der Schlachtenmaler Louis François Lejeune“ von Jean Baptiste Paulín Guerin. Musee de l’Armée-Invalides (Paris).

 

20. Feldwebel Masterson

Der Sieg von Graham und die Eroberung des kaiserlichen Adlers des 8. Regiments, die dem Feldwebel Patrick Masterson vom 87. Regiment der Royal Irish Fusiliers gelang, führte dazu, dass die Schlacht bei La Barrosa zu einem epischen Ereignis der britischen Geschichte wurde.

 

Historische Persönlichkeit, die dargestellt wird

Feldwebel Patrick Masterson vom 87. Regiment der Infanterie der Royal Irish Fusiliers mit dem kaiserlichen Adler des 8. Regiments der französischen Linien, dem ersten napoleonischen Adler, den das britische Heer im Krieg in Spanien eroberte.

Standort

Gegenüber vom Park Parque de la Batalla, Landstraße Carretera de la Loma, Strand von La Barrosa.

Geschichte

„In dem Gefecht Mann gegen Mann wurde der kaiserliche Adler des 8. Regiments bei einem außergewöhnlichen Einsatz erobert. Der junge Leutnant Kough der britischen Seite schnappte ihn sich für einen Moment und entriss ihn seinem Träger Leutnant Guillemin. Aber man schoss unverzüglich auf ihn und er starb sofort, nachdem eine Kugel sein Herz durchbohrt hatte. Der Kampf um seinen Besitz war furchtbar und mehrere französischen Leben wurden mutig für seine Verteidigung geopfert: Sieben Männer starben einer nach dem anderen, darunter Offiziere, Oberfeldwebel und Soldaten. Schließlich eroberte der Feldwebel Patrick Masterson mit seiner Lanze bewaffnet die ersehnte Trophäe. Als er ihn hatte, hob er ihn euphorisch in die Höhe und schrie: By Jaysus, boys, I have the Cukoo.“ TORREJÓN CHAVES, J. (2014). “Historia del águila de La Barrosa”, (zu Dt.: Geschichte des Adlers von La Barrosa) in der Tageszeitung Diario de Cádiz. Aufl. 5. März 2014. Cádiz: Grupo Joly.

„Die Iren eroberten nur die Stange und den Adler, der diese krönte und an dieser befestigt war, aber nicht die Fahne des 8. Regiments. Wahrscheinlich trennten die Franzosen diese bei ihrem Rückzug und aufgrund des harten Angriffs des Gegners ab, um die drohende Gefahr, sie zu verlieren, abzuwenden. Das war die erste Eroberung eines kaiserlichen Adlers Napoleons durch die britische Armee beim Krieg auf der iberischen Halbinsel und das 87. [Regiment] wurde von allen Militäreinheiten vor Ort beneidet. TORREJÓN CHAVES, J. (2014). „Historia del águila de La Barrosa“ (zu Dt.: Geschichte des Adlers von La Barrosa) in der Tageszeitung Diario de Cádiz. Aufl. 5. März 2014. Cádiz: Grupo Joly.

Bildquelle

«A Sargeant and Privates of the 87th or Prince of Wales’s Own Irish Regiment on Service» (1812), von Charles Hamilton Smith. National Army Museum (London).

 

Strecke „Park der Schlacht“

 

Park der Schlacht

Park der Schlacht, Landstraße Carretera de la Loma, Strand von La Barrosa.

Diese Anhöhe, die Loma de la Cabeza del Puerco genannt wird, und symbolhaft der gesamte Bereich, den dieser Park der Schlacht einnimmt, ist Teil des „kulturellen Erbes der Orte des Parlaments und der Verfassung von 1812“. Sie wurde von der Regionalregierung Andalusiens als „historischer Ort“ geschützt und am 29. Februar 2021 als interessantes Kulturgut in den allgemeinen Katalog des historischen Erbes Andalusiens eingetragen.

Diese Einordnung wurde damit begründet, wie es das Dekret 51/2012 vorsieht, dass hier die Gefechte stattfanden, an die man sich von der Schlacht vom 5. März 1811 am meisten erinnert. In der spanischen Geschichtsliteratur und auch in der französischen ist sie unter dem Namen „Schlacht von Chiclana“ bekannt, aber die Briten, die diese Schlacht zu ihren militärischen Leistungen zählt, haben sie von Anfang an lieber als „Schlacht bei La Barrosa“ bezeichnet.

Die Schlacht hatte in jedem Fall nur ein Ziel: Man wollte es schaffen, dass das Heer Napoleons den Belagerungsring um die Stadt Cádiz herum öffnet, dem Sitz der Regentschaft und des verfassungsgebenden Parlaments. Wenn Cádiz fallen würde, könnte Spanien den französischen Eindringling nicht besiegen. Die Belagerung von Cádiz, wie sie auch genannt wird, begann am 7. Februar 1810. Marschall Soult hatte sein Hauptquartier in Chiclana eingerichtet und „Batterien“ entlang des Kanals von Sancti Petri und auf die Bucht verteilt, vor allem in Matagorda und El Trocadero.

Route

Im Park erinnern zehn Meilensteine an die wichtigsten Ereignisse, die sich auf dieser Anhöhe am 5. März 1811 zugetragen haben. So soll an eine Schlacht erinnert werden, die so war, wie sie Louis François Lejeune gemalt hat: dramatisch, heroisch und blutig. Hier wollen wir uns an sie erinnern und sie in eine Botschaft für Frieden und ein ziviles Zusammenleben verwandeln.

 

I. Hier stand der Wachturm von La Barrosa

An dieser Stelle, dem höchsten Punkt dieser Anhöhe Cerro de la Cabeza del Puerco, befand sich der „Wachturm von La Barrosa“, ein ruinöses Gebäude, das in den Karten auch als eine Kapelle oder als „weißes Haus

“ beschrieben wird. Diesen Hügel einzunehmen war ein Ziel des blutigen Gefechts, dass sich die Truppen von General Graham und Marschall Victor lieferten. Und er war zweifellos der wichtigste Schauplatz der sogenannten „Schlacht vom 5. März 1811“, obwohl sie sich auch am Strand und im Kiefernwald von La Barrosa abspielte in der Nähe vom Turm Torre Bermeja und in der Umgebung von Sancti Petri.

II. Ankunft des Heeres der Verbündeten im Morgengrauen des 5. März

Nachdem sie in Tarifa und Algeciras an Land gegangen waren, überquerten die verbündeten Truppen die große Lagune La Janda und erreichten Benalup. Nachdem die Möglichkeit, nach Medina zu gehen, ausgeschlossen war, gingen die zwölftausend Mann weiter Richtung Küste. Sie erreichten diese Anhöhe Loma del Puerco um 8 Uhr am Morgen. Lapeña befahl Lardizábal vorzurücken und die Franzosen anzugreifen, die in Cerromolino warteten. Graham schickte er durch den dichten Kiefernwald in Richtung Torre Bermeja, wo er alle Truppen versammeln wollte, um Chiclana und Puerto Real einzunehmen und so den Belagerungsring um Cádiz aufzubrechen.

III. Die deutschen Husaren

Graham hatte die hannoverschen Husaren, die in den britischen Truppen die Deutsche Legion des Königs bildeten, beauftragt, den Weg Richtung Chiclana zu inspizieren. Sie kehrten am Mittag zurück und informierten über französische Truppen, die in Richtung der Anhöhe Loma del Puerco marschierten. Es waren die Streitkräfte von Marschall Victor mit 7000 Infanteriesoldaten, 400 berittenen Soldaten und zwölf Kanonen, die zwei Linien bildeten. Die erste war die Division von Ruffin, der zum „Wachturm von La Barrosa“ unterwegs war. Die zweite war die Division von Leval, sie wollte mit zwei Dragoner-Schwadronen zum Strand.

IV. Die Regimente Ciudad Real und Guardia Valona

Victor, der die Division von Ruffin anführte, überraschte vom Landesinneren her die Regimente Ciudad Real und Guardia Valona, die dem Brigadier Morgeon unterstanden und gemeinsam mit den Batallonen von General Begines und Major Brown die Versorgung der verbündeten Truppen schützten. Nachdem sie diese Anhöhe verlassen hatten, verstärkten sie die hannoverschen Husaren und die Kavallerie von General Whittingham gegen die französischen Dragoner und das 9. Regiment von Leval mitten am Strand von La Barrosa. Danach kamen sie rechtzeitig zurück, um die dezimierte Brigade von Dilkes zu unterstützen.

V. Die Brigade von Dilkes stürmt die Anhöhe

Der Gegenmarsch der Truppen von General Graham überraschte Victor, der noch dabei war, auf der Anhöhe Loma del Puerco Stellung zu nehmen. Die Briten mit ihren kaum 4000 Mann boten ihm auf zwei Brigaden aufgeteilt die Stirn: die von Oberst Wheatley von vorn und die von Brigadier Dilkes von rechts, die nach einem blutigen Kampf Mann gegen Mann gegen die Kolonnen von Ruffin die Anhöhe einnahm. Der Kampf dauerte kaum anderthalb Stunden. Statt gegenzuhalten, entschied sich Victor für den Rückzug, um die Stellungen von Chiclana und Puerto Real zu verstärken.

VI. Das Ende der Generäle Ruffin und Rousseau

Die beiden französischen Divisionen verloren 2400 Mann, wenn man Tote, Verletzte und Gefangene zusammenzählt, die britischen Truppen mehr als 1100 und die spanischen 300 Mann an den drei Fronten der Schlacht: am Turm Torre Bermeja, im Kiefernwald von La Barrosa und vor allem auf der Anhöhe Cerro del Puerco. Hier wurden zwei Generäle Napoleons tödlich verletzt: Ruffin wurde schwer verletzt gefangen genommen und verstarb auf der Überfahrt nach London. Seinen Feldadjutant Chaudron-Rousseau überlebte die Legende seines treuen Pudels, der dessen Totenbett nicht verlassen wollte.

VII. Masterson erobert den kaiserlichen Adler

Das 87. Regiment der Royal Irish Fusiliers stellte sich Mann gegen Mann dem 2. Bataillon der 8. Linie. Die Franzosen wichen zurück und Graham befahl zu laden. Das 87. Regiment rückte vor und Feldwebel Patrick Masterson eroberte den ersten kaiserlichen Adler, den die Briten der Armee Napoleons entreißen konnten: „By jaysus, boys, I have the cuckoo“, schrie er. Die Spanier hatten in Bailén bereits drei erobert, die sich Marschall Victor jedoch zurückholte, als er in Sevilla einmarschierte. Der Adler der 8. Linie wurde 1852 in London gestohlen und ist nie wieder aufgetaucht.

VIII. Die Umstrukturierung durch Victor

Die nahe gelegene Lagune „Laguna chica de Campano“ war die Stelle, die Marschall Victor ausgewählt hatte, um seine Truppen neu aufzustellen, nachdem er die Anhöhe verloren hatte. Er ging davon aus, dass die anglo-spanischen Verbündeten sein Hauptquartier auf der Anhöhe Cerro de Santa Ana angreifen würde, wie es auch vorgesehen war. Aber die Uneinigkeiten zwischen Lapeña und Graham machten dieses Manöver unmöglich. Der britische General kehrte nach Cádiz zurück und die französische Belagerung dauerte noch über ein Jahr an.

IX. Die Markgrafen von Bertemati und das „Schlachtfeld“

Der berühmte Ornithologe Oberst Willoughby Verner besuchte am 5. März 1911 dieses Schlachtfeld. Hier empfing ihn Manuel José de Bertemati y Pareja, Besitzer der Finca Campano, zu der diese Anhöhe gehörte. Der Markgraf zeigte Verner Knochenreste von Soldaten, die er identifiziert hatte und die zum ersten Garderegiment gehörten, das von General Graham angeführt wurde. Bertemati wollte daraufhin ein Denkmal für die Gefallenen errichten. Es wurde jedoch nie gebaut. Die Markgräfin Francisca Misa Busheroy teilte sein Interesse für die Schlacht.

X. Guido Williams und der „Barrosa Day“

Der Kellermeister Guido Williams Humbert, britischer Konsul in Jerez und Besitzer der „Villa Violeta“, gedachte von 1946 bis 1959 auf dieser Anhöhe dem „Barrosa Day“. Bis zu seinem Tode versammelte er jedes Jahr am 5. März britische Militärs aus Gibraltar und spanische Offiziere, um mit einer Zeremonie den gefallenen Soldaten zu gedenken. Danach wurde in der „Villa Violeta“, in der der Maler W. H. Riddell wohnte, ein Essen veranstaltet, bei dem man auch den „Heldentaten“ von General Graham und dem 87. Regiment gedachte.

 

 

 

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